HHM - Kein gerader Weg

9 Monate hören sich erstmal wie eine sehr lange Zeit an und das können sie ehrlicherweise auch sein. Aber die neun Monate zwischen dem 01.09.25 bis zum 28.05.26 sind für mich wie im Flug vergangen. Und die Zeit soll doch immer schneller vergehen, wenn man eine gute Zeit hat, oder?

Mein Name ist Luise tho Seeth, ich bin 19 Jahre alt und ich habe für neun Monate einen Freiwilligendienst auf den Philippinen gemacht. Genauer gesagt beim Helping Hands Healing Hearts Ministry. Das Projekt ist im nördlich gelegenen Baguio und besteht aus einer Recovery Unit für kranke Kinder und einem Kinderheim.

Der Weg dahin war nicht ganz gerade und bestand aus vielen Unsicherheiten, aber umso mehr sehe ich Gottes Wirken in dieser ganzen Zeit. Denn ursprünglich war es mein Plan, zu POCM zu gehen. Als das nicht funktioniert hat, wollte ich alles andere - nur nicht zu HHM. Denn um ehrlich zu sein, hat mich der medizinische Teil sehr eingeschüchtert. Da alles andere aber auch nichts für mich war und HHM neben der Recovery Unit auch das Kinderheim hat, habe ich mich dann doch darauf eingelassen. Und es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

In der Hoffnung, meine Zeit dort überwiegend im Kinderheim zu verbringen, habe ich mich dann also auf den Weg auf die Philippinen gemacht. Vor Ort fand ich aber schnell heraus, dass ich drei von fünf Arbeitstagen in der Recovery Unit verbringen werde.

Doch auch hier wusste Gott es besser als ich und ich bin rückblickend sogar fast lieber in der Recovery Unit gewesen, da ich dort am meisten herausgefordert wurde und ich die enge Arbeit mit den Kindern genossen habe.

Aber was habe ich denn da überhaupt gemacht?

In der Recovery Unit wurden mir immer 1-3 Patienten zugeteilt, für die ich den Tag über zuständig war. Das bedeutet ich habe mir Aktivitäten ausgedacht, das Essen vorbereitet, sie zu Terminen begleitet und, je nach Bedarf, auch Physiotherapie mit ihnen gemacht. Manchmal standen aber auch generelle Aufgaben an, wie Wäsche zusammenlegen oder sauber machen.

Im Kinderheim, wo ich übrigens auch gewohnt habe, war ich eher ein Allrounder - ich habe da geholfen, wo ich gebraucht wurde. Manche Mitarbeiter haben mich mehr einbezogen als andere und so war meine Arbeit auch immer unterschiedlich herausfordernd. Meine Aufgaben haben von Begleitung zu Terminen bis Spiele spielen oder einfach nur aufpassen variiert.

Da im Kinderheim auch gekocht wurde, habe ich auch sehr viel in der Küche unterstützt und war sogar jede Woche mit auf dem Markt.

An den Wochenenden hatte ich immer frei. Manchmal habe ich dann trotzdem etwas mit den Kindern und auch den Mitarbeitern gemacht. Denn ich habe mich eigentlich mit allen gut verstanden und hatte Spaß daran mit den Kindern zu spielen, mit den Teenagern zu quatschen und mit den Mitarbeitern latenight-talks zu führen. Am Anfang bin ich auch noch zu der Kirche der Kinder gekommen, doch habe dann auch bemerkt, dass ich etwas anderes brauche und habe dann durch verschiedenste Einladungen meine eigene Gemeinde gefunden. So habe ich dann meine freie Zeit auch oft mit meiner Gemeinde verbracht oder mich mit Freunden auf einen Kaffee getroffen.

In meiner Kirche aber natürlich auch bei HHM wurde ich mit offenen Armen aufgenommen. Im Generellen sind Filipinos sehr offene und herzensgute Menschen. Es gibt keine Konversation ohne Witz und meistens wirst du mit einem Lächeln angestrahlt. Filipinos leben auch sehr im Moment, was aber leider auch manchmal zu der ein oder anderen Verspätung führen kann. Als Deutsche war das dann doch eine Umstellung.

Doch obwohl Filipinos so liebenswürdige Menschen sind, ist es manchmal vorgekommen, dass ich mich durch die Sprachbarriere ein bisschen verloren gefühlt habe. Denn auf den Philippinen gibt es viele verschiedene Sprachen und das hat alles nochmal dreifach so kompliziert gemacht, als nur mit einer Fremdsprache. Aber viele haben sich die Mühe gemacht Englisch zu reden oder zu übersetzen. Dafür war ich immer sehr dankbar.

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